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Pressemitteilung vom 19.04.2011

Zahnbürsten, Kameras, Zaun und Komposttoiletten – Projektarbeit in Kenia

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Sechs Dresdnerinnen arbeiten ehrenamtlich für Projekte des Dresdner Vereins Akifra e.V. in Kenia, damit für die Kinder dort Perspektiven geschaffen werden.

Vier der Frauen sind Abgesandte der Hosterwitzer Gemeinde "Maria am Wasser". Sie kehrten letzte Woche von ihrem Einsatz zurück. Im Gepäck: 1400 Zahnbürsten weniger, aber viele neue Projektideen.für das Bildungszentrum der Mbuyuni Women Group und deren Sunrise-Academy Kindergarten und Grundschule bei Taveta, mit dessen Schülern die Zahnärztin Elke Rau und ihre Tochter Susanne u.a. ein Zahnhyieneprojekt durchführten.



Das Zahnhygieneprojekt

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Mit einem Riesenzahn und einem großen Kiefermodell, welches nicht nur am Flughafen für Aufsehen sorgte, demonstrierten die Beiden vor den versammelten Schülern und der Frauengruppe die wichtigen und richtigen Techniken des Zähneputzens. Bei der Trockenübung allein blieb es nicht, nur wenig später versammelten sich Schüler wie Lehrer unter der Akazie vor dem Schulgebäude, um gemeinsam das Erlernte in die Tat umzusetzen. Nach drei Minuten Putzgeräuschen ertönte eine Menge Kindergelächter, welches lautstark deutlich machte, dass Gesundheitsaufklärung und Spaß sich nicht zwangsläufig ausschließen. Fortan soll in der Schule täglich nach dem bereitgestellten Mittagessen das gemeinsame, von den Lehrern angeleitete Zähneputzen stattfinden, um eine Kontinuität des Gelernten – und gesunde Zähne – zu gewährleisten.

Gerade in Kenia leiden ärmere Kinder und Erwachsene sehr häufig unter den gesundheitlichen Folgen von Zuckergenuß und mangelnder Zahnhygiene. Es gibt wenig Zahnärzte im ländlichen Raum und noch seltener erschwinglichen Zahnersatz für arme Menschen, so dass oft einfach mit einer Zange kranke Zähne herausgezogen werden und eine Lücke bleibt.

Bei ihrer Untersuchung der Kinder in der Sunrise Academy konnte Elke Rau feststellen, dass nur die Kinder kariöse Zähne haben, deren Eltern einen kleinen Kiosk betrieben und die Kinder so regelmäßig in Kontakt mit Zucker gekommen waren. Die Mehrheit der Kinder hat glücklicherweise ein gesundes Milchgebiß, da sie aus Familien kamen, in denen auch Zucker zu einem teuren und damit seltenen Gut gehört.

Der Komposttoilettenbau

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Auch das Bauprojekt der Komposttoiletten auf dem Grundstück der Schule verzeichnet große Fortschritte:

Zuerst wurde die Frauengruppe intensiv in den Betrieb der Komposttoiletten und in die Produktion von Düngemittel mit Fäkalien eingewiesen. Der aus dem Kompostiersystem gewonnene Dünger wiederum wird in Zukunft von der Mbuyuni Women Group benutzt, um den Boden mit Nährstoffen anzureichern die geplante Bepflanzung des Schulgeländes zu fördern und – auch dies macht deutlich, dass die Projekte vor Ort auf multiplen, nachhaltigen Nutzen ausgelegt sind. U.a. werden verschiedene andere Frauengruppen von der Mbuyuni Women Group angeleitet z.B. Artemisia Annua und Moringa als lokale Heilmittel anzubauen. Den Dünger aus den Komposttoiletten können sie dafür gut gebrauchen.

Auch das Interesse der Bevölkerung in Taveta an den Trockentoiletten ist schon jetzt so groß, so dass die beiden Abfallwirtschaftsexpertinnen Anna Sophia Strues und Juliane Cremer mit der Frauengruppe ein weiteres Seminar für einen größerem Kreis ausrichteten. Vertreter anderer Organisationen vor Ort baten zudem um eine Einweisung in die Methode dieser Düngemittelgewinnung und gleichzeitigen Lösung vieler Probleme, welche die Menschen in wasserarmen Regionen mit Toiletten haben. Normalerweise müssen über 10 m tiefe Gruben für Plumsklos gegraben werden, die dann oft stinken und Ungeziefer anziehen und nach wenigen Jahren zugeschüttet oder ausgepumpt werden müssen (will man nicht ein neues tiefes Loch graben).

Zaunbau

Doch bevor die Bepflanzung des Schulgeländes realisiert wird, muss zunächst ein neues Projekt von großer Dringlichkeit realisiert werden: die Umzäunung des Schulgeländes. Noch gehören Kuh- und Ziegenherden, die gemächlich das Schulgelände durchqueren und das letzte Grün vernichten und Elefanten, die auf Wassersuche sind, zum Alltag, doch dies soll sich bald ändern. Die Frauen der Mbuyuni Women Group ruhten nicht lange, nachdem sie eigenhändig die Fundamentgrube der Komposttoiletten ausgehoben hatten, war bald darauf die Grundstückslinie für den Zaun durch die rote Erde gezogen. Die Betonpfosten wurden gegossen und der Maschendraht liegt bereit. Derzeit wird der Zaun fertig gestellt.

Bildungsmaterial

Neben diesen Gesundheits- und Bauprojekten stand auch ein Kreativeinsatz in Zusammenarbeit mit den Lehrern und den ehrenamtlichen Dresdnern im Vordergrund: das bunte Logo der Schule ziert jetzt die Fassade der Schule, und bereits von weitem macht der knallrote "Sunrise Academy"-Schriftzug auf die Bildungsstätte aufmerksam. Auch die Innenräume wurden verschönert; neben zahlreichen Lehrinhalten, welche auf Poster gezeichnet und an der Wand angebracht wurden, schmückt nunmehr auch eine große, handgemalte Afrikakarte den Klassenraum.

Bereits im Januar 2011 war die Dresdnerin Jana Graf, ehrenamtliche als Lehrerin in diesem Projekt aktiv und malte mit den Kindern u.a. eine große Kenialandkarte und verschiedene afrikanische Tiere. Für die Kinder war dies eine vollkommen neue Erfahrung. Davor, im Jahr 2008 arbeitete die Dresdner Schülerin Lucia Kühn als Praktikantin von Akifra e.V. vor Ort. Inhaltlich und strukturell wird das Projekt von Akifra e.V.-Mitgliedern seit über 10 Jahren betreut.

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Die Mbuyuni Women Group ist für den Einsatz der Dresdnerinnen sehr dankbar. Der Name "Mbuyuni" bedeutet Affenbrotbaum. Unter diesem versammelten sich die Frauengruppe ursprünglich regelmäßig zu ihrem wöchentlichen Austausch und wurden dort von einem Akifra e.V.-Mitglied vor über 10 Jahren angetroffen. Heute treffen sie sich dank der seit über zehn Jahren währenden Dresdner Entwicklungsarbeit in einem überdachten Raum, der nicht nur Schutz und Bildung für sozial marginalisierte Frauen und Kinder bietet sondern vielen Menschen eine Aufwertung ihrer Lebenswelt bedeutet.

Dokumentationsprojekt

Damit die Frauengruppe in Zukunft ihre Aufklärungskampagnen im ländlichen Raum (gegen weibliche Genitalverstümmelung, AIDS, häusliche Gewalt und für Hygiene sowie ab jetzt auch Zahnhygiene und Komposttoilettenbetrieb) dokumentieren kann, wurden von der Dresdner Photographin Juliana Socher digitale Kompaktkameras überreicht. Nach einem gemeinsamen Fotolehrgang können die Frauen nunmehr selbst die Bilder ihrer wichtigen Arbeit an der Schule und ihres nimmermüden Engagement in der Gesundheitsaufklärung dokumentieren, verbreiten und so womöglich weitere Unterstützung und Nachahmer finden. Denn: „Seeing is Believing“ – auch in Kenia.


Am 19. 04. 2011 fand zu diesen aktuell gelaufenen Projekten ein Diavortrag statt:
Die Bilder von Juliana Socher, die nicht nur das Zähneputzen, den Bau der Komposttoilette und die Aktivitäten der stets regen Mbuyuni Women Group dokumentierte, sowie die Fotos der Zahnärztin Elke Rau und der Kreuzschülerin Susanne Rau, der beiden am 17. April zurückkehrenden Abfallwirtschafterinnen Anna-Sophia Strues, Juliane Cremer und der Lehrerin Jana Graf wurden im Pfarrhaus in Hosterwitz in der Gemeinde "Maria am Wasser" der Öffentlichkeit gezeigt.


Vorstand Akifra e.V. | Montag,18. April 2011 | Dem Autor eine E-Mail senden | zurück | nach oben

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