Projekte
» Kenia und Uganda
Welttag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM): 6. Februar 2007
Pressemitteilung von Akifra (Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Frauenrechte e.V.) Dresden
In 28 Ländern Afrikas ist die Genitalverstümmelung (FGM) nach wie vor Realität für über 150 Millionen Mädchen und Frauen. Jährlich sind rund drei Millionen Mädchen Opfer dieser Tradition. In diesen Ländern ist die Kinder- und Müttersterblichkeit weltweit am höchsten. Der Dresdner Verein arbeitet seit über sieben Jahren mit kenianischen Frauengruppen gegen die Menschenrechtsverletzung.
Projekte von Akifra gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM)
Seit 1999 engagiert sich der Dresdener Verein Akifra (Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Frauenrechte e.V.) für das Ende der grausamen Tradition.
Das Motto der Akifra-Projekte lautet „Bildung statt Beschneidung“. Daher wird mit den lokalen Frauengruppen in dezentralen Regionen Aufklärungsarbeit geleistet. Der Verein hat Videofilme, Dias und Flyer vervielfältigt, die über die gesundheitlichen Folgen der Amputation der weiblichen Genitalien aufklären. So wurden bis Ende 2006 bislang über 20000 Aufklärungshefte für Analphabeten und in lokalen Sprache verteilt. Darin wird auch über AIDS und Empfängnisverhütung aufgeklärt. Der Einsatz dieser Medien in Schulen, Gesundheitszentren und Kirchen überzeugen die Bevölkerung auf dem Land von der Schädlichkeit der Tradition. Denn sie sind meist ohne Information darüber, was in den größeren Städten
Wasser- und Umweltprojekte wurde aufgebaut und Esel an alleinstehende Mütter verteilt, damit Wasser- und Holzholen weniger kräftezehrend wird. Im Jahr 2007 konnte das zweite Frauenzentren eingeweiht werden, in denen bedrohte Mädchen Schutz finden und Seminare für Mädchen und Frauen stattfinden. Zudem wird seit vier Jahren eine Vorschule betrieben, die bedrohte Mädchen schützt und fördert. Eine weitere Schule wird derzeit in der Dornensavanne für Kinder der Massai und Flüchtlingskinder aus Somalia aufgebaut.
Nach sieben Jahren Aufklärungskampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung ist der Dresdner Verein sicher, dass die ehrenamtliche Arbeit sich gelohnt hat.
Mit dem Erlös eines Wasserprojekts und einer Baumschule (u.a. demnächst Artemisia-Anbau gegen Malaria) werden die Schulgebühren für Mädchen bezahlt. Der Aufbau von Kindergruppen, die neben Theater, Gesang und Tanz auch in traditioneller Heilkunde und Gesundheit unterrichtet werden, soll weiter intensiviert werden.
Im Jahr 2005 hat sich mit dem Auf- und Ausbau des Mbuyuni-Frauenzentrum die Nachfrage nach Gesundheitsbildung weiter erhöht. Derzeit wird die Grundschule von Timbila von der Mbuyuni Women Group ausgebaut, weil 80 SchülerInnen nicht mehr auf dem Boden schreiben lernen sollen. Für Bänke, Tische und Bildungsmaterialien sammelt Akifra derzeit weitere Spenden.
CAFGEM (Community against Female Genital Mutilation) (Küste, Kasigao / Kenia)
Ein weiterer Partner von Akifra ist CAFGEM: seit 1999 die einzige NGO, die sich gegen FGM und für die Aufklärung vorwiegend somalischer Frauen an der Küste Kenias und im Kasigao einsetzt. Ein Frauenzentrum und Kindergarten wurde 2005 weiter ausgebaut. Hier werden Aufklärung zu AIDS, FGM, Hygiene und Alphabetisierungskurse organisiert und ein Empowerment der Frauen erreicht, durch die Vergabe Einkommenschaffenden Maßnahmen: Beispielsweise werden Esel als Transporthelfer und einkommenschaffende Maßnahmen an alleinstehende Mütter verteilt, die im ländlichen Raum leben und täglich Transportwege von über 10 km zurücklegen. Die Esel helfen Zeit, Geld und Kräfte zu sparen, so dass die Mütter ihre Töchter in die Schule schicken können. Auch CAFGEM hat mit dem Aufbau einer Schule begonnen. Die erste Klasse wird derzeit in einer provisorischen Lehmhütte unterrichtet. Für den Ausbau der Schule für Flüchtlingskinder im Kasigao werden dringend Spenden benötigt.
Der Verein Akifra wurde im Jahr 2002 erstmals in Dresden aktiv. Er setzt sich aus derzeit 30 ehrenamtlichen Mitgliedern, Fördermitgliedern und Freunden zusammen. Akifra leistet entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und unterstützt finanziell und materiell langfristige Partner vor Ort. Das Ziel von Akifra ist es, die Bildung, Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Frauen weltweit zu verbessern. Insbesondere "Graswurzel"-Organisationen, die wenig institutionalisiert und aus eigener Initiative Selbsthilfe und Armutsbekämpfung beginnen, werden von Akifra gefördert. Damit trägt Akifra zur Einhaltung der Menschenrechte bei.
■
Vorstand Akifra e.V. | Dienstag,06. Februar 2007 |
Dem Autor eine E-Mail senden
| zurück | nach oben
|