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Pressemitteilung: Filmfest im Thalia vom 14. - 16. Oktober 2005
Filmabende und Diskussionen zum Thema Kinder- und Frauenrechte
Menschenhandel – das klingt nach Osteuropa, Asien oder Afrika, nach fernen Entwicklungsländern mit fernen Problemen. Doch Menschenhandel findet um die Ecke statt. Erst Anfang diesen Jahres lief ein Aufsehen erregender Prozess gegen Menschenhändler, die osteuropäische Frauen mitten in Dresden zum Zweck der Prostitution gefangen gehalten und auf das unwürdigste behandelt und ausgebeutet hatten. Keine 60 Kilometer entfernt an der Grenze zu Polen und Tschechien sind sie zu finden: Frauen, die unter falschen Versprechungen über attraktive Jobs in Deutschland dorthin gelockt wurden und sich nun völlig entrechtet in der Prostitution wieder finden.
Ein Schicksal, das sie mit der Protagonistin des Filmes Lilja 4-ever teilen.
Dieser Film, der zahlreiche nationale und internationale Preise bekommen hat, eröffnet das Filmfestival der Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Frauenrechte (Akifra e.V.) aus Dresden am Freitagabend. Der Film setzt sich auf bewegende Weise mit den Themen Menschenhandel und Genitalverstümmelung auseinander, die besonders schwere Verletzungen der Rechte von Frauen und Mädchen darstellen.
Das Filmfestival von Akifra e.V bietet drei Tage lange – vom 14. bis 16. Oktober im Thalia-Kino - einen Mix aus Dokumentation, Diskussion und Unterhaltung. Akifra e.V., 2002 in Dresden gegründet, will auf diese Weise über Zwangsprostitution und Genitalverstümmelung informieren und zu konkretem Handeln anregen. Die Mitglieder stellen Projekte vor wie geholfen werden kann und bereits geholfen wird.
Die Einnahmen aus dem Festival kommen den Projekten zugute, die Akifra unterstützt.
Ein weiterer Film auf dem Programm ist die Dokumentation Remote Sensing von Ursula Biemann. Sie beleuchtet die Ursachen und Wege des internationalen Frauenhandels. Ihr gelingt, verbunden mit Filmaufnahmen, Satellitenbildern und Recherchen vor Ort, ein künstlerischer Film, der nüchtern und schonungslos Zusammenhänge aufzeigt, Betroffene und Aktivistinnen zu Wort kommen lässt und über Zusammenhänge von Militärbasen, Sextourismus und wirtschaftlichem Ungleichgewicht informiert.
Der Film Maria, eine rumänisch-deutsch-französische Koproduktion von Peter Calin Netzer wurde auf dem Filmfestival in Locarno 2003 mit dem Grand Prize der Jury ausgezeichnet. Das Rumänien, das Netzer zeigt, ist eine Gesellschaft voller Zweifel. Gefangen zwischen der Schwärze des überwundenen totalitären Regimes und den funkelnden Fantasien eines kommenden Liberalismus. Der Film zeigt das Schicksal einer Mutter von sieben Kindern, deren einzige Überlebenschance darin besteht, sich zu prostituieren.
Im Anschluss an diesen Film wird die Beratungsstelle für Migrantinnen KOBRA-net aus Zittau einen Vortrag zur Frage halten, wie Sachsen von der Problematik Zwangsprostitution betroffen ist und was dagegen getan wird.
Mit dem Projekt Kenia setzt sich Akifra e.V. gegen Genialverstümmelung ein. Zu diesem Thema wird u.a. der Film The Day I will never forget gezeigt. Kim Longinottos unverblümter und zugleich einfühlsamer Dokumentarfilm beschäftigt sich mit der Tradition und den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung, die in kenianischen Gesellschaftskreisen praktiziert wird. In The Day I Will Never Forget bewältigt sie eine schwierige Aufgabe: die Komplexität des Themas verständlich zu machen, selbst wenn der Brauch als solcher unverständlich scheint. Die Folgen des Bruchs mit der Tradition werden ebenso deutlich zum Ausdruck gebracht wie der unglaubliche Mut der Mädchen, die ihren Standpunkt vertreten und dabei so viel riskieren.
Start des Festivals ist Freitag, 14.Oktober, 19:30.
Endgültiges Programm ist im Internet unter www.akifra.org zu finden.
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Vorstand Akifra e.V. | Dienstag,09. August 2005 |
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