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Ein einfaches Kraut gegen Malaria

Quellen: Geo (Juni 2006) und www.anamed.org

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Foto: www.anamed.net

Seit mehreren Jahren wenden verschiedene Organisationen Artemisia annua gegen Malaria in Afrika an. Das Wissen um die Pflanzen wird der Bevölkerung beigebracht. Auch Akifra e.V. gehört zu diesen Organisationen.
Das Kraut der Artemisia annua (in China „Qinghao“ genannt) wird seit etwa 2000 Jahren in China als Fieber- und Malariamittel verwendet. Während der chinesischen Kulturrevolution begann eine systematische Überprüfung alter Schriften über Pflanzenheilkunde. Dabei stellte sich heraus, dass ein Extrakt aus Artemisia annua nicht nur schnell Fieber senken konnte, sondern auch Malariaparasiten wirksam abtötete und das Immunsystem stärkte. Die erste klinische Studie in 12 chinesischen Krankenhäusern an 2099 Patienten im Jahre 1973 bestätigte diese jahrtausendalten Erkenntnisse. In Naturheilkreisen und Homöopathie ist Artemisia seit dem Mittelalter keine Unbekannte. Die Kraft, Wirkung und Eignung der europäische Art, Artemisia vulgaris, zu Deutsch Beifuß, wird beispielsweise in Kräuterlexika des 16. Jahrhunderts ausführlich beschrieben. Unter anderem soll Artemisia bei Fieber, Leber- und Nierenproblemen helfen und Monatsblutungen regulieren.

Die WHO hatte die Erkenntnisse der Chinesen zu Artemisia annua über drei Jahrzehnte nicht anerkannt (und die Appelle vieler NGOs bspw. von Ärzte ohne Grenzen ignoriert) - obwohl Artemisia eine nachhaltigere, billigere Lösung ohne Nebenwirkungen für das Malaria-Problem in Afrika sein könnte, als die in Industrieländern produzierten Pillen (bspw. Lariam oder Malaron). Schließlich hat sich die WHO im Jahr 2006 doch dem Druck von unten gebeugt, die Wirkung gegen Malaria bestätigt und fördert nun die Herstellung von Artemisinin.

Die afrikanische Artemisia annua wirkt jedoch nicht nur gegen Malaria: Derzeit wird Artemisia in Afrika zusammen mit anderen Pflanzen auf ihre Wirksamkeit in verschiedenen Aids-Stadien getestet. Im Kongo werden inzwischen seit einem Jahr Erfolge auf diesem Bereich erzielt. Nachdem der Artemisia-Tee oder die -Pastillen den Aidspatienten verabreicht wurden, stellte sich eine Stärkung des Immunsystems ein. Wie alle HIV-Positiven leiden und sterben sie nicht an AIDS, sondern an einer Folgekrankheit, gegen die sich ihr Körper wegen der aidsbedingten Immunschwäche nicht wehren kann.

Das extrahierte Artemisinin wirkt 10-100 mal schneller als alle bisherigen Malariamedikamente und ist für die lokale Bevölkerung leicht handhabbar und finanziell erschwinglich.
Problematisch ist jedoch, dass jetzt die Pharmaindustrie mit niedrig dosierten Präparaten die Gefahr einer Resistenzentwicklung fördert.
Vgl. dazu die Forschungen der NGO Anamed.

Zu hoffen bleibt, dass mit der Verbreitung der Artemisia auch ein Paradigmenwechsel in der Medizin beginnt: Es würden dann nicht mehr Symptome mit teuren Pillen behandelt, die zu Resistenzen führen und die sich arme Menschen nur selten leisten können. Vielleicht bewirkt der Druck der Zivilgesellschaft auf die Pharmakonzerne auch eine Veränderung deren fragwürdiger Beziehungen zu Patienten der Entwicklungsländern und der WHO.


Vorstand Akifra e.V. | Donnerstag,03. April 2008 | Dem Autor eine E-Mail senden | zurück | nach oben

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