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Projekte

Erfolge der Aufklärung von Akifra e.V.

Projektarbeit in Kenia

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Verbreitung von Aufklärungs- und Bildungsmaterial
Im Jahr 2010 wurden über 17000 Jugendliche im District Taveta von der Mbuyuni Women Group allein zu AIDS aufgeklärt! Diese Zahl ist nicht erstaunlich weil sie hoch und durch die Unterschriften der Jugendlichen dokumentiert ist... Sondern weil diese Aufklärung von einer kleinen Frauengruppe durchgeführt wurde, die noch 1999 unter einem Affenbrotbaum ihren Treffpunkt hatte. Heute betreibt die institutionalisierte Gruppe ein Frauenzentrum, einen Kindergarten und eine Schule mit Küche und demnächst auch Komposttoiletten. Zu verdanken ist diese Entwicklung den Spendern von Akifra e.V. und Gemeindemitgliedern der Kirche Maria am Wasser / Hosterwitz.

Die Nachfrage nach Veranstaltungen mit den Mbuyuni Women nimmt nicht ab - auch weil immer wieder Flüchtlinge aus Somalia nach Kenia kommen und alte - hier schon abgeschaffte Praktiken - mitbringen. Dazu gehört u.a. die absurde Behandlung von Vaginalpilzen mit glühenden Löffeln. Auch dagegen gilt es zu arbeiten...

FGM, Malaria und HIV /AIDS sind oftmals Auswirkungen einer sozioökonomisch bedingten, schleichenden Katastrophe. Daher reicht Aufklärung hier allein nicht aus. Zur Überwindung von FGM, Malaria und HIV /AIDS sind vor allem vielfältige Maßnahmen (u.a. auch Alphabetisierung) notwendig, die den Teufelskreis der Unterprivilegierung aufbrechen.
Die problematische Lebenssituation ist u.a. durch mangelnde ökonomische Mittel und die schlechte gesundheitliche Verfassung geprägt. Nach der Aufklärung über die gesundheitlichen Konsequenzen der FGM sind sich die Frauen meist der FGM-Problematik, deren psychischen und physischen Folgen sowie der Bedeutung von Bildung bewusst. Dennoch können die Frauen aufgrund ihrer mangelhaften ökonomischen Situation oft keine Veränderungen der soziokulturellen Rahmenbedingungen für sich und ihre Familie erwirken. Deshalb fordern sie meist Existenzen fördernde Maßnahmen. Viele der gesundheitlichen Probleme könnten durch ein höheres Einkommen gelindert werden, das z.B. den Kauf von Medizin und den Arztbesuch erschwinglich macht oder den Erwerb eines Esels, der die Frauen über lange Strecken z.B. zur Gesundheitsstation tragen und beim Transport schwerer Güter helfen kann.

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Eselverteilung: Mit der Erhöhung des Einkommens von Frauen wird eine Verbesserung der Bildungssituation vor allem für die nachfolgende Generation an Mädchen und eine Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung erreicht.

Hilfe zur Selbsthilfe / Einkommen schaffende Maßnahmen / Mikrokredite
Akifra e.V fördert in zwei Projektregionen mehrere Frauengruppen. Der Fokus liegt immer auf: Hilfe zur Selbsthilfe.
D.h. Verteilung von Eseln, Kühen, Hühnern, Ziegen und Fahrräder als Einkommen schaffende Maßnahmen für informelle Frauengruppen.

Unsere langjährigen Erfahrungen mit den Frauengruppen zeigen, dass Aufklärungskampagnen allein, ohne die Einbettung in ganzheitliche Konzepte (also in Kombination mit unterstützenden einkommensschaffenden Maßnahmen, Mikrokredite, Alphabetisierung und Schulbildung) kaum nachhaltig sind. Um das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken und ihre allgemeine Lebenslage zu verbessern, wird nicht nur das Bildungsniveau der Frauen, sondern auch deren Einkommen verbessert. Erreicht wird dies u.a. durch non-formale Bildung und Aufklärung über FGM, reproduktive Gesundheit, sexuell übertragbare Krankheiten und Hygiene in Verbindung mit der Vergabe einkommensschaffender Maßnahmen.

Tür-zu-Tür- Aufklärung auf Graswurzelebene
Damit Seminare in Dörfern veranstaltet werden dürfen, werden lokale Autoritäten, wie religiöse Führer, Dorfälteste und Regierungsbeamte in die Kampagnenarbeit einbezogen. Erlauben lokale Autoritäten die Aufklärung, dürfen Aufklärungsveranstaltungen mit den Frauen veranstaltet werden.
Diese partizipative Arbeitsmethode auf „Graswurzelebene” ist unter anderem aufgrund des integrativen Ansatzes (angestrebt ist immer auch eine Vernetzung mit ansässigen Behörden und Einrichtungen) erfolgreich.

Aufklärungsveranstaltungen und Bildungsmaterialien

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Bildungsmaterial zur Aufklärung

Die Mitarbeiter/innen sind ausgestattet mit einem anatomischen Beckenmodell (das die medizinischen Konsequenzen der genitalen Verstümmelung wie Zysten, Fisteln, Geburtskomplikationen für Analphabet/innen plastisch darstellt). Zudem zeigen sie verschiedenen Videos in lokalen Sprachen (wie z.B. „Infibulation“, „Believes and Misbelieves”, „Let us talk” in somalischer Sprache vom UNHCR und dem IAC, Inter-African-Committee against Harmful Traditional Practices). Auf diese Weise werden getrennt voneinander die verschiedenen Zielgruppen angesprochen, die nach den anschließenden Diskussionen teilweise spontan an der Verbreitung der Informationen zur Gesundheitsförderung teilnehmen wollen und Selbsthilfegruppen gründen. Überdies arbeiten die Aktivistinnen mit Geburtenkontrollketten (siehe dazu Aktion Regen) und verschiedenen anderen anschaulichen Hilfsmitteln.


Vorstand Akifra e.V. | Donnerstag,03. November 2011 | Dem Autor eine E-Mail senden | zurück | nach oben

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