Projekte
» Kenia
Weibliche Genitalverstümmelung
(FGM - Female Genitale Mutilation)
Eine der schwersten Menschenrechtsverletzungen ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM). Weltweit leben ca. 170 Millionen Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr werden erneut ca. drei Millionen Mädchen Opfer dieser Praktik: das sind 8.000 Mädchen jeden Tag, alle 10 Sekunden eines. Sie leiden ein Leben lang an den körperlichen und seelischen Verletzungen, viele sterben daran. Dort wo FGM praktiziert wird, ist die weltweit höchste Rate der Mütter- und Kindersterblichkeit zu verzeichnen.
 Oft finden die Amputationen ohne Betäubung und unter unhygienischen Rahmenbedingungen statt. Im ländlichen Raum Afrikas werden immer noch traditionelle Verstümmelungsinstrumente wie Scheren, Rasierklingen, Messer verwendet. Akifra e.V. integriert ehemalige Verstümmlerinnen in die Projektarbeit. |
Projekte in Kenia von Akifra e.V. Akifra e.V. arbeitet in zwei verschiedenen Projektregionen Kenias (Kasigau und Taveta) mit verschiedenen ethnischen Gruppen (u.a. Somali, Taveta, Taita, Kamba, Wariangulu, Massai...) zusammen.
In beiden Projektregionen von Akifra e.V., gibt es alle vier verschiedenen Formen der weiblichen Genitalverstümmelung. Weil unter somalischen Flüchtlingen die Infibulation weit verbreitet ist, sind auch diese Mädchen in Kenia bedroht, verstümmelt zu werden.
FGM in Deutschland
Akifra e.V. setzt sich für den Schutz der Mädchen auch in Deutschland ein
Die Verstümmelungen finden ebenfalls in Europa und in Deutschland statt. In Deutschland leben ca. 60 000 potentiell betroffene und bedrohte Migrantinnen: Mädchen können von in Deutschland lebenden Ärzten oder während eines Ferienaufenthalts in ihrem Heimatland verstümmelt werden, ohne dass die Mädchen davor geschützt werden. Deshalb ist es Akifra e.V. wichtig, sich auch für den Schutz bedrohter Mädchen in Deutschland und Europa einzusetzen.
“Aufgeklärt und geredet wurde genug. Ich rufe alle Politiker auf, ... endlich konsequent gegen dieses Verbrechen vorzugehen. Bisher habe ich von vielen bloß salbungsvolle Worte und halbherzige Initiativen gehört. In Europa leben mehr als 500.000 Frauen, die Opfer von Genitalverstümmelung geworden sind und jedes Jahr sind zehn Tausende Mädchen in den Ferien massiv gefährdet. Wenn die europäischen Staaten wollen, wären sie in der Lage zumindest die Mädchen, die hier in Europa leben, vor Genitalverstümmelung zu beschützen...“ FGM hat nichts mit Tradition, Kultur oder Religion zu tun. Es ist die zynischste Form von Kindesmissbrauch."
Waris Dirie (somalisches Supermodel, UNICEF-Sonderbotschafterin).
Akifra e.V betreibt in Deutschland Aufklärung in Universitäten, Schulen, auf Sozialämtern, an der Uniklinik und kooperiert mit Richtern und JuristInnen. Es ist wichtig, dass sich alle eventuell mit FGM konfrontierten Zielgruppen auch in Deutschland differenziert mit dem Thema auseinandersetzen,d.h. auch die Terminologie und Bedrohung kennen und dass PolitikerInnen, RichterInnen u.s.w. auf ihre Pflicht hingewiesen werden, diese Zielgruppe zu schützen.
Voyeurismus in den Medien oder Exotisierung afrikanischer Praktiken schüren Rassismus, verhindern Annäherung und damit eine Beendigung dieser Gewaltform.
■
Vorstand Akifra e.V. | Mittwoch,
02. April 2008 |
Dem Autor eine E-Mail senden
| zurück | nach oben
|